Bayerische Behörden unter Druck: Gammelfleisch in neun EU-Staaten geliefert
11.04.2008
Bayerische Behörden unter Druck: Gammelfleisch in neun EU-Staaten geliefert. Hamburg (rpo). Der Gammelfleisch-Skandal weitet sich immer mehr aus: Zwei bayerische Betriebe haben Gammelfleisch in insgesamt neun EU-Staaten geliefert. Die Behörden in Bayern sollen unterdessen schon seit Monaten informiert gewesen sein.Ein EU-Sprecher bestätigte in der Bild-Zeitung, dass Gammelfleisch in neun Staaten geliefert worden sei: Diese Länder wurden informiert, so dass sie verdächtige Waren aufspüren und vom Markt nehmen können. In einem bayrischen Betrieb wurden nach den Angaben des Sprechers zwar rund 50 Tonnen Fleisch, Lebensmittel und Gemüse jenseits des Verfallsdatums gerade noch gestoppt, die für die Ausfuhr in die Europäische Union vorgesehen waren. Bevor die Behörden eingreifen konnten, waren bereits Sendungen nach Tschechien, Italien, Dänemark, Frankreich und die drei Benelux-Staaten abgegangen. Die bayerischen Behörden geraten im Gammelfleisch-Skandal zunehmend unter Druck: Sie wussten offenbar schon seit Monaten, dass ein Münchener Großhändler Etiketten fälschte und möglicherweise gesundheitsgefährdende Ware in Umlauf brachte. Bereits bei einer Routinekontrolle im Dezember in Mannheim war das Unternehmen aufgefallen. Die dortigen Behörden hatten ihre Kollegen in Bayern informiert. Rücktritt von Schnappauf gefordert In der CSU wurde jetzt erstmals die Forderung nach Rücktritt des bayerischen Verbraucherschutzministers Werner Schnappauf (CSU) laut. Der Landtagsabgeordnete Sebastian von Rotenhan sagte, für ihn sei es eine Frage der politischen Kultur, dass Schnappauf die Verantwortung übernehme. Der dritte Gammelfleischskandal in einem Jahr - da wird es Zeit, zum Ministerpräsidenten zu gehen und seinen Rücktritt anzubieten. Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hatte dagegen zuvor gesagt, die Frage eines Rücktritts Schnappaufs stelle sich nicht. Vor der Sonderkonferenz mit seinen Länderkollegen am Donnerstag in Berlin verteidigte Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) seine Forderung nach bundesweit einheitlichen Standards bei Fleischkontrollen. Zugleich forderte er die Justizbehörden auf, Verstöße mit härteren Strafen zu ahnden: Ich appelliere an die Justizbehörden der Länder, in schweren Fällen den Strafrahmen auszuschöpfen. Rechtsverletzungen müssen sehr hart bestraft werden. In seiner eigenen Partei stößt Seehofer mit seinem Vorstoß für mehr Mitsprache des Bundes bei Lebensmittelkontrollen offenbar auf Ablehnung. In der Kabinettssitzung am Dienstag in München hätten sich mehrere Minister verärgert gezeigt, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser habe Seehofer einen Kapitalangriff auf den Föderalismus vorgeworfen. Seehofer erwecke den Eindruck, die Bundesländer hätten Probleme mit der Lebensmittelkontrolle. Auch Justizministerin Beate Merk und Wirtschaftsminister Erwin Huber hätten Seehofer kritisiert. Gammelfleisch-Händler sollen genannt werden
Kommando-Übergabe: Erster bewaffneter Einsatz für deutsche Marine im Nahen Osten
Überschüsse durch Steuereinnahmen: Geldsegen sorgt für Zoff in der Regierung
Dinslaken: Altmarkt wird zur Festtafel
Tennis: Auf einem guten Weg
Viersen: Schütze ermittelt
Voerde: Endlich Schule
Deutschland-Tour: Förster sprintet allen davon
Rheinberg: Sterben in Würde
Langenfeld: Mit Motorroller verunglückt
In Nütterden: Eurorun um den Wolfsberg
2585 | 2848 | 2578 | 2890 | 2564 |
2602 | 2021 | 2702 | 2010 | 2543 |
2912 | 2470 | 2683 | 2033 | 2267 |